Todesschüsse 1988 – ein Nachtrag

Beim Versuch, mit der IMK-Geschäftsstelle Differenzen zwischen der Zahl der in CILIP Nr. 33 dokumentierten Situationen tödlich endender Konflikte zwischen Polizisten und Bürgern im Jahre 1988 zu klären, machte uns die Geschäftsstelle auf einen von CILIP bis­her nicht erfaßten Fall aufmerksam.

Nachtrag

Name/ vermutl. Geistes- Alter gestörter, 36 J.
Datum: 26. Dezember ’88
Ort/ Land: Bremen

Szenarium: Wohnungsinhaber greift gleichaltrigen Besucher mit Fleischermesser an und verletzt ihn lebensgefähr- lich. Nach Eintreffen von Polizisten setzt er Angriff fort. Polizisten schießen durch eingeschlag. Scheibe zunächst auf Extremitäten, dann – nach Fortsetzung des Angriffs – auf den eigentl. Körper. Täter verstirbt am 30.12.’90 an Schußfolgen.

Opfer mit Schußwaffe? nein
Schußwechsel? nein
Sondereinsatz- beamte? nein
Verletze/ ge- tötete Beamte? nein
Vorbereitete Polizeiaktion? nein
Staatsanwalt- schaftl. Ermitt- lungsverfahren? nein
Gerichts- verfahren? nein

Bitte an CILIP-LeserInnen

In den letzten Jahren ist die Presseberichterstattung über Fälle tödlichen Schußwaffeneinsatzes durch die Polizei karger geworden. Wie notwendig es ist, sich nicht nur auf die Angaben der IMK zu verlassen, darauf verweisen unsere Korrekturen der IMK-Zahlen für die Jahre 1976 – 1989. So bitten wir unsere Leser-Innen, insbesondere aus der von uns nicht ausgewerteten Lokalpresse ent-sprechende Meldungen an die Redak-tionsanschrift zuzuschicken. Daß die IMK überhaupt seit 1984 ihre Stati-stiken nach Jahren der Geheimhaltung veröffentlicht, halten wir unserer lau-fenden Berichterstattung zu gute, die die IMK zum Reagieren zwang.

Der Vollständigkeit halber sei auch hier noch einmal auf die Korrektur des tödlichen Schusses auf Silke Bischoff hingewiesen (vgl. vorstehen-den Artikel).