Ermittlungen gegen Polizist*innen:
5. August: Zehn Monate nach einem Polizeieinsatz in Leipzig-Mockau hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen zwei Polizisten eingestellt. Die Beamten hatten am 9. Oktober 2024 auf eine 56-jährige Frau geschossen, als diese sie in ihrer Wohnung mit einem Messer bedrohte. Die Frau erlitt fünf Schussverletzungen an Bein und Unterleib, überlebte jedoch schwer verletzt. Laut Verteidigung handelte es sich um Notwehr, was die intensiven Ermittlungen bestätigt hätten. Die Frau sollte wegen akuter Selbstgefährdung in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden.
6. August: Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen Polizisten eingestellt, der März im Dortmunder Stadtteil Scharnhorst einen 70-jährigen Mann erschossen hatte. Dieser war laut Staatsanwaltschaft mit einem Messer auf die Polizisten zugegangen war. Zuvor hatten Rettungskräfte den Mann wegen Krampfanfällen behandelt und die Polizei hinzugezogen, da er aggressiv gewesen sei. Der 24-Jährige schoss aus etwa drei Metern Entfernung, die Staatsanwaltschaft wertet dies als Notwehr. Nach dem Vorfall hatten Anwohner bei einer Gedenkkundgebung Zweifel an der Darstellung der Polizei geäußert.
9. August: Mehr als sieben Monate nach einer Explosion auf einem Berliner Polizeigelände, bei der zwei Beamte verletzt wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen den schwer verletzten 31-jährigen Polizisten wegen des Verdachts, selbst eine Sprengstoffexplosion verursacht zu haben. Die Detonation ereignete sich Anfang Januar während eines Sicherheitsgangs, Hinweise deuten laut Polizei auf unsachgemäßen Umgang mit Pyrotechnik hin. Weder der Beschuldigte noch seine ebenfalls verletzte Kollegin haben sich bislang geäußert; die Polizei macht mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Angaben zu Dienstfähigkeit oder möglichen Disziplinarmaßnahmen.
9. August:Ein Berliner Polizeischüler soll am Alexanderplatz in Berlin-Mitte einen 49-jährigen Mann zunächst verbal angegangen und anschließend geschlagen, getreten und rassistisch beleidigt haben. Das Opfer erlitt Verletzungen am Kopf und an der Hand und kam ins Krankenhaus. Der verdächtige 20-Jährige war mit zwei 17 und 18 Jahre alten Kollegen unterwegs, und hatte laut Polizei rund 1,9 Promille Alkohol im Blut. Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt, strafrechtliche und dienstrechtliche Konsequenzen werden geprüft.
12. August: Im Skandal um mutmaßliche Misshandlungen in der JVA Augsburg-Gablingen hat die Staatsanwaltschaft in den vergangenen Wochen rund ein Dutzend hochrangige Beamt*innen des bayerischen Justizministeriums als Zeug*innen vernommen, darunter den früheren Amtschef und den bisherigen Leiter der Abteilung Strafvollzug; Hauptbeschuldigte bleibt die suspendierte stellvertretende Anstaltsleiterin, die laut Ermittlungen enge Verbindungen zur beschuldigten Sicherungsgruppe pflegte, insgesamt stehen 18 Bedienstete im Fokus, mehr als 40.000 Chatnachrichten werden ausgewertet, und an der Aufklärung arbeiten inzwischen sieben Staatsanwält*innen sowie über 20 Polizeibeamt*innen, mit einer möglichen Anklageerhebung im Herbst.
12. August: Die Staatsanwaltschaft Marburg hat die Ermittlungen gegen vier Polizisten im Fall der tödlichen Schüsse auf eine 20-jährige obdachlose Frau vor der Schwalmstädter Polizeistation im Oktober 2024 bereits im Juni eingestellt, da kein hinreichender Tatverdacht auf Totschlag bestehe. Die Frau hatte laut Behörden eine täuschend echt aussehende Softairwaffe auf die Beamten gerichtet, woraufhin diese 13 Schüsse abgaben. Ob sie selbst feuerte, bleibt unklar, da keine Munition gefunden wurde. Die Frau, die stark alkoholisiert war, starb an den Schussverletzungen. Innenminister Poseck (CDU) begrüßte die Entscheidung und betonte das Recht der Polizei zur Selbstverteidigung.
17. August: Nach der bereits im Dezember bekanntgewordenen Suspendierung der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) Dresden wegen mutmaßlich gewalttätiger Aufnahmerituale liegen nun durch eine Kleine Anfrage weitere Details vor: Demnach sollen neue Beamte bei einer Einstandsfeier am 12. Juni 2024 gezwungen worden sein, exzessiv Alkohol zu trinken, sich die Haare abrasieren zu lassen und einen Motorradhelm ohne Sichtschutz aufzusetzen, der mit Desinfektionsmittel besprüht und angezündet wurde – anschließend schlugen Kollegen mit einem Spaten auf den brennenden Helm und sprachen die Worte „Jetzt gehörst du zur Familie!“. Zudem räumte das sächsische Innenministerium einen weiteren Vorfall ein, bei dem Rekruten am 26. Oktober eine extrem scharfe Currywurst (1 Million Scoville) gegen ihren Willen essen mussten. Gegen acht Beamte laufen Ermittlungen wegen Körperverletzung und Nötigung, während disziplinarische Maßnahmen gegen 16 Polizisten eingeleitet wurden – alle sind inzwischen mit anderen Aufgaben zurück im Dienst. Die BFE Dresden wurde teilweise aufgelöst und soll künftig unter der Bereitschaftspolizei Leipzig neu aufgestellt werden.
17. August: Die Staatsanwaltschaft Detmold wird den heranwachsenden Beschuldigten Bilel G. im Fall einer angeblichen Fluchtfahrt mit anschließenden Polizeischüssen in Bad Salzuflen nicht anklagen, obwohl ein hinreichender Tatverdacht für mehrere Straftaten – darunter gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Angriffe auf Polizeibeamt*innen – bestehe. Grund sei die schwere Querschnittslähmung des Jugendlichen infolge des Vorfalls, weshalb eine Strafe pädagogisch nicht mehr sinnvoll erscheine. Das Verfahren wurde nach § 153b StPO eingestellt. Bereits im Mai hatte die Staatsanwaltschaft Bielefeld die Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt gegen die sechs schießenden Polizist*innen eingestellt. Diese hätten aus Notwehr gehandelt. Angesichts der engen räumlichen Verhältnisse und des mit hoher Geschwindigkeit auf sie zu rasenden Autos hätten sie sich einem unmittelbaren Angriff auf ihr Leben ausgesetzt gesehen.
18. August: Ein halbes Jahr nach den tödlichen Schüssen auf einen 48-jährigen Mann in Eichstetten hat die Staatsanwaltschaft Freiburg die Ermittlungen gegen zwei Polizisten (31 und 32) wegen Totschlags eingestellt, da ihnen rechtlich kein alternatives Handeln zumutbar gewesen sei. Der Mann, der zuvor im Rahmen häuslicher Gewalt mit einer Schrotflinte auf seine Lebensgefährtin und deren Sohn geschossen hatte, war bewaffnet durch den Ort gelaufen und hatte die Waffe trotz Aufforderung auf die Polizisten gerichtet, woraufhin diese in vermeintlicher Notwehr schossen. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass der Umstand, dass der Mann laut Ermittlungen wohl keinen Schuss mehr hätte abgeben können, für die Beurteilung der Situation irrelevant sei, da die Polizisten in dem Moment von einer akuten Bedrohung ausgingen.
18. August: Aus einer neuen Recherche der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zum V-Mann-Skandal in der Hessenmetropole geht hervor, dass gegen den Frankfurter Kriminalhauptkommissar Marius N., ehemals in der VP-Führung der Dienststelle K 30 tätig, schwere Vorwürfe erhoben werden. Er soll seinen Informanten Aleksandar K., der selbst tief im internationalen Kokainhandel verstrickt war, weiter als Vertrauensperson geführt haben, obwohl dieser mutmaßlich seine Doppelrolle nutzte, um Ermittlungen gegen sich abzuwehren. Nachdem K. im Juni 2022 in Marbella gefoltert und ermordet wurde, löschte N. alle Chatverläufe mit ihm und setzte sein Handy zurück – ein Vorgang, der den Verdacht nährte, Beweise könnten gezielt beseitigt worden sein. Zwar blieb N. strafrechtlich ohne Konsequenzen, doch ein Disziplinarverfahren endete mit einer Geldstrafe von 1.500 Euro. Zudem wurde er von der VP-Führung abgezogen und in die Fahndungsdienststelle K 32 des Frankfurter Polizeipräsidiums versetzt. Der Fall führte intern zu schärferen Kontrollmechanismen beim Einsatz von Informanten und zur Überprüfung mehrerer VP-Vereinbarungen. Eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung für die Führung von VP’s fehlt weiterhin.
28. August: Im April 2023 starb der 45-jährige Moldauer Vitali Novacov nach einem Polizeieinsatz in Königs Wusterhausen, bei dem er mit Pfefferspray besprüht, in Bauchlage fixiert und bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo er am nächsten Tag verstarb. Trotz widersprüchlicher Aussagen, ungeklärter Ermittlungsumstände und eines Totenscheins, der einen Erstickungstod durch gewaltsames Niederdrücken festhält, stellte die Staatsanwaltschaft Cottbus Anfang August 2025 das Verfahren gegen die beteiligten Beamt*innen wegen fehlender eindeutiger Todesursache ein. Angehörige und Opferberater kritisieren die Ermittlungen als interessengeleitet und unzureichend, da beschuldigte Polizist*innen selbst am Tatort Beweise sicherten. Die Familie legte Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft ein, ihre letzte Hoffnung auf ein Verfahren. Gegen einen Nachbarn, der Novacov ins Gesicht geschlagen haben soll, wird hingegen wegen einfacher Körperverletzung weiter ermittelt.
Polizist*innen gegen das Recht:
5. August: Der Landesrechnungshof NRW kritisiert die massive Kostensteigerung beim „Innovation Lab“ der Polizei in Duisburg. Statt der geplanten 250.000 Euro verschlang das Zukunftslabor am Ende 4,66 Millionen Euro. Auffällig waren dabei Ausgaben wie eine Einbauküche für 35.000 Euro, eine Kaffeemaschine für 14.600 Euro und zwei Stühle zu je 6.000 Euro. Den Löwenanteil machte Videokonferenztechnik für 3,7 Millionen Euro aus. Laut der Rechnungshofpräsidentin fehlten Wirtschaftlichkeitsprüfungen, und eine erste Aufstockung um 1,5 Millionen Euro sei nur per Telefonat mit dem Innenministerium genehmigt worden.
Anklage gegen Polizist*innen:
6. August: Ein Polizist ist wegen Strafvereitelung im Amt angeklagt worden, nachdem er im August 2024 keine Ermittlungen gegen einen Afghanen einleitete, der später in Aschaffenburg zwei Menschen tötete. In einer Unterkunft soll der Mann eine Frau gewürgt und mit einem Messer verletzt haben. Im Januar 2025 soll derselbe Mann in einem Park in Aschaffenburg einen zweijährigen Jungen und einen 41-jährigen Mann mit einem Messer getötet haben. Der Tatverdächtige wurde danach in einer Psychiatrie untergebracht. Gegen drei weitere Polizisten wurden die Ermittlungen eingestellt. Ermittler*innen rätseln, warum der nun angeklagte Beamte den Fall nicht weiterleitete. Er selbst bestreitet ein Fehlverhalten. Ob es zum Prozess kommt, muss nun das Amtsgericht entscheiden
27. August: Die Berliner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen 46-jährigen ehemaligen Polizisten, der durch gefälschte Wohnungsanzeigen und die missbräuchliche Nutzung erlangter persönlicher Daten von Interessenten rund 85.000 Euro erbeutet und weitere 147.000 Euro angestrebt haben soll; indem er sich als Mitarbeiter nicht existierender Hausverwaltungen ausgab, erschlich er sich Gehalts- und Arbeitgeberdaten, eröffnete unter fremden Identitäten Bankkonten, nahm Kredite auf, richtete Nachsendeaufträge ein, räumte Konten leer, kassierte Versicherungsleistungen und erschlich Gehaltszahlungen, wodurch er insgesamt mehr als 92.000 Euro zusätzlich erlangt haben soll.
Verletzung durch Polizeischüsse:
6. August: In Wuppertal ist ein 40-jähriger Mann von der Polizei angeschossen und schwer verletzt worden, nachdem er in einer Metzgerei ein Messer gestohlen und damit einen Passanten leicht verletzt haben soll. An einer Schwebebahnhaltestelle traf er auf Polizeibeamt*innen, die im Rahmen eines anderen Einsatzes vor Ort waren. Der Mann wurde am Tatort medizinisch versorgt und ins Krankenhaus gebracht; laut Polizei bestand keine Lebensgefahr.
21. August: Bei einem Polizeieinsatz in Ulm ist am Donnerstag ein 26-Jähriger, der offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand war und mit zwei Schusswaffen bewaffnet wirkte, von Polizisten angeschossen und schwer verletzt worden, nachdem er trotz Aufforderung seine Waffen nicht niederlegte. Ob es sich um echte oder täuschend echte Waffen handelte, wird noch ermittelt.
21. August: Im saarländischen Völklingen wurde nach einem Tankstellenüberfall ein Polizist erschossen, nachdem ein 18-Jähriger ihm im Gerangel die Dienstwaffe entrissen und mehrfach auf die Beamten geschossen hatte. Der junge Mann, der bei dem Überfall mit einem Besteckmesser bewaffnet gewesen war, wurde nach seiner Flucht von drei Polizist*innen – darunter ein Kommissaranwärter – gestellt, wobei zunächst ein Taser gegen ihn eingesetzt wurde. Mit der Polizeiwaffe feuerte der Mann mehrfach auf den 34-jährigen Beamten und den Kommissaranwärter, die beide Schutzwesten trugen, bevor weitere Polizist*innen hinzukamen und sich ein Schusswechsel entwickelte. Unter „fortlaufendem wechselseitigen Beschuss“ flüchtete der Tatverdächtige, wurde von zwei Kugeln getroffen und schwer verletzt. Er wurde auf einer Intensivstation behandelt.
28. August: Bei einem Polizeieinsatz in Burg im Jerichower Land ist ein 33-Jähriger durch Schüsse eines Beamten schwer verletzt und festgenommen worden; er wird im Krankenhaus behandelt. Der Mann soll zuvor in einer Unterführung zwei Passanten attackiert haben, später griff er angeblich Polizist*innen mit Pfefferspray und einem Messer an, woraufhin einer von diesen schoss. Vier erlitten leichte Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft Stendal teilte mit, dass gegen den Mann unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt wird, zugleich läuft ein Verfahren wegen möglicher Körperverletzung im Amt gegen einen beteiligten Polizisten.
Urteile gegen Polizist*innen:
7. August: Ein Polizist der Polizeidirektion Dresden, laut MDR-Recherchen der heutige AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Janich, ist per Urteil der Disziplinarkammer des Verwaltungsgerichts Dresden aus dem Beamtenverhältnis entfernt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er im April 2020 zu einem verbotenen „Corona-Spaziergang“ aufgerufen, staatliche Institutionen verunglimpft und in sozialen Medien Gewalt gegen die Polizei gebilligt habe. Damit habe er das für seinen Dienst erforderliche Vertrauen endgültig verloren. Janich bestreitet die Vorwürfe und beruft sich auf Meinungsfreiheit; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
27. August: Das Landgericht Hannover hat zwei Polizisten wegen Diebstahls mit Waffen, Strafvereitelung im Amt und Betrugs zu Haftstrafen verurteilt: Der 34-Jährige muss vier Jahre, sein 50-jähriger Kollege zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Die Beamten hatten zwischen Dezember 2022 und Januar 2025 vorgetäuschte Kontrollen bei Drogenhändlern durchgeführt, dabei ihre Dienstwaffen getragen und insgesamt rund 6.000 Euro erbeutet, ohne die Einsätze zu dokumentieren. Der jüngere Angeklagte belastete im Prozess seinen Kollegen, was durch Zeugenaussagen und Chatnachrichten bestätigt wurde. Die Polizei Hannover hat nach eigenen Angaben bereits interne Abläufe angepasst, Personalmaßnahmen ergriffen und Schulungen zur Korruptionsprävention eingeführt.
Tod im Polizeigewahrsam:
10. August: Ein 52-jähriger Mann ist in Köln-Nippes nach einem Polizeieinsatz verstorben. Passanten hatten gegen 4 Uhr morgens den Notruf gewählt, als der Mann auf der Neusser Straße laut um Hilfe rief – offenbar war er zuvor aus einem Taxi gesprungen. Der Mann befand sich mutmaßlich nach Alkohol- und Drogenkonsum in einem psychischen Ausnahmezustand. Da die Polizist*innen ihn nach eigener Aussage nicht beruhigen konnten, forderten sie einen Rettungswagen an. Nachdem der Mann die Beamt*innen getreten und geschlagen haben soll, wollen sie ihn fixiert haben. Im Krankenwagen verschlechterte sich sein Zustand dramatisch – er wurde unter Reanimation in eine Klinik gebracht, wo er schließlich verstarb.
Waffenprobleme:
12. August: Einem Zivilfahnder der Polizei wurde an einer Tankstelle am Bahnhof Dammtor die Dienstwaffe gestohlen. Ein Unbekannter entwendete seinen Rucksack mit persönlichen und dienstlichen Gegenständen. Nach NDR-Informationen befanden sich darin auch Funkgerät.
Tod bei Polizeieinsatz:
16. August: Bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei sind zwei Menschen im Saarland tödlich verunglückt, nachdem ihr Auto in einer Kurve von der Landstraße abkam und gegen einen Baum prallte. Laut Polizei hatte sich der Fahrer kurz zuvor in Rheinland-Pfalz einer Kontrolle entzogen, woraufhin Beamt*innen die Verfolgung aufnahmen, das Fahrzeug jedoch aus den Augen verloren. Die Spuren deuten auf überhöhte Geschwindigkeit hin. Ein 21-jähriger Fahrer und seine gleichaltrige Beifahrerin starben an der Unfallstelle.
25. August: In Dresden ermittelt die Staatsanwaltschaft nach dem Tod eines 40-Jährigen bei einem Polizeieinsatz: Der Mann hatte in seiner Wohnung randaliert und Gegenstände vom Balkon geworfen, stand mutmaßlich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss und verhielt sich gegenüber der Polizei nach deren Angaben unkooperativ. Die Beamt*innen hätten ihn nach eigenen Angaben zur Abwehr einer Gefahr für Dritte fixiert, beim Anlegen von Handschellen sei er zusammengebrochen. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche durch einen bereits zuvor angeforderten Notarzt verstarb der Mann. Hinweise auf ein polizeiliches Fehlverhalten gebe es laut Staatsanwaltschaft nicht.
Verletzt bei Polizeieinsatz:
18. August: In Berlin stürzte ein Mann auf der Flucht vor der Polizei in Friedrichshain rund sechs Meter tief und zog sich schwere Verletzungen zu. Ein Polizist erlitt bei der Verfolgung eine Armverletzung. Es wurde angeblich eine größere Menge Drogen sichergestellt.
30. August: Bei einem Polizeieinsatz in Troisdorf wurde ein 75-jähriger Autofahrer schwer verletzt, nachdem er mit Blaulicht fahrenden Polizistinnen kollidierte. Diese waren auf dem Weg zu einer Schlägerei und hatten an einer roten Ampel kurz angehalten, als der Senior, der Vorfahrt hatte, ihren Streifenwagen offenbar übersah. Die beiden Polizistinnen wurden leicht verletzt. Alle Beteiligten mussten ins Krankenhaus gebracht werden.
Polizei und Datenschutz:
23. August: Die Polizei Mecklenburg-Vorpommern ist nach dem schweren Cyberangriff im Mai massiv beeinträchtigt: Hacker nutzten damals eine bekannte Sicherheitslücke in der Verwaltungssoftware der rund 4000 Diensthandys und erlangten mutmaßlich Zugriff auf sensible Daten wie Passwörter, Dienstgrade und GPS-Standorte, wodurch selbst verdeckte Ermittler*innen gefährdet sein könnten. Obwohl Hersteller und BSI bereits am 13. Mai vor der Schwachstelle warnten, reagierten die zuständigen Stellen in Schwerin erst mehr als eine Woche später, nachdem erste Angriffe längst liefen – ein Warnhinweis der Telekom war zuvor im Behördenapparat versandet. Innenminister Christian Pegel (SPD) räumte Versäumnisse ein, Expert*innen kritisieren mangelnde Sicherheitsauflagen.