Polizeiproblem 5/2026

 Tod durch Polizeischüsse:

4. Mai: Ein 37-Jähriger, der von Polizist*innen in Memmingen angeschossen worden war, ist später in einem Krankenhaus gestorben. Zivil gekleidete Einsatzkräfte hatten ihn abends vor einem Hallenbad gestellt, nach Polizeiangaben sei er auf diese mit einem Messer zugegangen, woraufhin mehrere Schüsse auf ihn abgefeuert wurden. Danach soll er das Messer nicht losgelassen haben und habe von einem weiteren Beamten mit Schutzschild entwaffnet werden müssen. Der Mann, der als abgelehnter Asylbewerber geduldet wurde, soll zuvor einen 14-Jährigen getötet haben.

Polizeischüsse:

4. Mai: Die Polizei schoss in Neuenrade in NRW bei einem Einsatz wegen Hausfriedensbruchs an einem Steinbruch auf einen Rottweiler. Das nicht angeleinte Tier sei auf die Beamten zugestürmt und habe nicht auf Zurufe der Halterin reagiert.

6. Mai: In Neu Wulmstorf (Landkreis Harburg) haben Polizist*innen einen Pitbull erschossen, nachdem er offenbar einen Beamten angegriffen hatte. Die Einsatzkräfte waren wegen einer wechselseitigen Körperverletzung zu einem Einfamilienhaus im Birkenweg gerufen worden, als ihnen aus der bereits offenen Haustür der Hund entgegenlief und sich in die Hand eines Polizisten verbiss. Seine Kollegen schossen daraufhin, um den Angriff zu stoppen, wobei das Tier getötet wurde.

Ermittlungen gegen Polizist*innen:

6. Mai: Bei einer großangelegten Razzia hat die Polizei mehrere Privatwohnungen von JVA-Bediensteten sowie Teile der Justizvollzugsanstalt Euskirchen und ein Büro im Amtsgericht durchsucht. Gegen acht Mitarbeiter der JVA wird wegen Bestechlichkeit ermittelt: sie sollen Häftlingen gegen Geld Ausgang, Hafturlaub und vertrauliche Informationen zu Kontrollen verschafft haben.

7. Mai: Ein 28-jähriger Polizist der Hamburger Wache Caffamacherreihe soll heimlich Kolleginnen in Dusch- und Waschräumen gefilmt haben – er wurde auf frischer Tat ertappt, als er die versteckte Kamera kontrollieren wollte. Seine Wohnung wurde durchsucht und Datenträger sichergestellt. Der Beamte wurde suspendiert, musste Waffe und Dienstausweis abgeben und erwartet ein Disziplinarverfahren sowie interne Ermittlungen.

Urteile gegen Polizist*innen:

6. Mai: Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat den Ausschluss einer Düsseldorfer Polizeibeamtin vom Beförderungsverfahren bestätigt, weil gegen sie ein Disziplinarverfahren wegen des Verdachts läuft, sie habe ihren Geschlechtseintrag nur zur Verbesserung ihrer Beförderungschancen geändert. Belastende Äußerungen gegenüber Kolleg*innen sah das Gericht als ausreichende Grundlage für Zweifel an ihrer Eignung. Ob tatsächlich ein Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetz oder ein Dienstvergehen vorliegt, soll in der Hauptsache geklärt werden.

Einsatz von Taser:

6. Mai: Nach einem Streit in Berlin-Kreuzberg hat die Polizei am Dienstag gegen 12 Uhr einen 43-Jährigen im psychischen Ausnahmezustand mit einem Taser überwältigt und festgenommen. Der Mann soll zuvor einem Mann eine Glasflasche auf den Kopf geschlagen haben. Als die Polizei eintraf, forderte er die Beamt*innen angeblich auf, ihn zu erschießen. Er wurde nach der Festnahme in eine Klinik gebracht.

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