Polizeischüsse:
4. August: In Neu Wulmstorf erschossen zwei Polizisten einen Pitbull, nachdem sich das Tier in der Hand eines dritten Beamten verbissen hatte. Die Polizei war wegen einer Körperverletzung zu dem Haus gerufen worden. Der Hund sei aus der offenen Tür gelaufen und habe zugebissen.
Ermittlungen gegen Polizist*innen:
4. August: Das LG Stuttgart hat im Prozess um ein jahrelanges Datenleck bei der Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen für drei Hauptangeklagte aus dem Sicherheitsgewerbe sowie eine Bewährungsstrafe für eine ehemalige Justizangestellte und eine Geldstrafe für einen Kurier verhängt. Zwischen 2022 und 2025 hatten zwei frühere Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft gegen Geld und Schmuck geringen Werts interne Ermittlungsdaten aus dem System „web.sta“ weitergegeben. Der Fall wird zudem mit einem versuchten Mord in Tamm in Verbindung gebracht, bei dem die mutmaßlichen Auftraggeber möglicherweise mit Justizinformationen versorgt wurden. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
6. August: Zwei Berliner Polizeibeamte sowie ein mutmaßlicher Komplize sitzen wegen des Verdachts des schweren Raubes in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus sollen sie Mitte Juli in Peitz (Landkreis Spree-Neiße) bewaffnet in eine Wohnung eingedrungen sein und Bargeld erbeutet haben. Nach einer Großfahndung wurden die Verdächtigen anhand eines automatischen Kennzeichenerfassungssystems nahe Königs Wusterhausen festgenommen. Den Beschuldigten drohen bei einer Verurteilung mehrjährige Freiheitsstrafen sowie beamtenrechtliche Konsequenzen bis hin zum Verlust ihres Beamtenstatus.
Tod durch Polizeischüsse:
5. August: Nach Polizeischüssen auf einen 66-Jährigen in Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis) Anfang Juli ist der Mann am 20. Juli in einer Kasseler Klinik gestorben. Der Vorfall ereignete sich am 2. Juli im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen einer mutmaßlichen Trunkenheitsfahrt: Nachdem ein Zeuge ein auffällig fahrendes Fahrzeug gemeldet hatte und der Fahrer identifiziert worden war, suchten Polizisten dessen Wohnanschrift auf. Dort soll der Mann die Beamten mit einer mutmaßlichen Schreckschusswaffe bedroht haben. Zur Überprüfung des Einsatzes ermittelt das hessische Landeskriminalamt; nach dem Tod des Mannes wurde eine Obduktion angeordnet, deren Ergebnis noch aussteht.
11. August: Polizist*innen haben in Bielefeld einen Mann erschossen, der zuvor mit einer Langwaffe auf sie zugegangen sein soll. Zuvor hatte seine Freundin die Polizei gerufen, weil er sie in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt und eine Waffe bei sich gehabt haben soll. Als der Mann die Wohnung verließ und sich der Polizei mit der Waffe näherte, gaben die Beamten mehrere Schüsse ab und trafen ihn tödlich. Die Ermittlungen zu dem Vorfall führt die Polizeibehörde Münster.
Verletzung durch Polizeischüsse:
7. August: Bei einem Polizeieinsatz in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) ist ein 41-jähriger Mann durch Polizeischüsse schwer verletzt worden. Zuvor hatte seine 39-jährige Ehefrau die Polizei wegen einer Bedrohung gerufen. Der Mann soll die Einsatzkräfte mit einem Spaten bedroht haben. Nach dem Einsatz von Pfefferspray habe der Mann die Polizisten angegriffen. Daraufhin schoss ein Beamter auf den 41-Jährigen, der unter anderem im Brust- und Bauchbereich getroffen wurde. Er wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Polizei und Pressefreiheit:
12. August: Das Landgericht München hat die Klage des Bundespolizisten und DPolG-Gewerkschafters Manuel Ostermann gegen Jan Böhmermann abgewiesen: Zwei Aussagen aus einer „ZDF Magazin Royale“-Folge vom März 2025 über das Aufnahmeprogramm für gefährdete Afghanen und die Rolle der Bundespolizei verletzten Ostermanns Persönlichkeitsrechte nicht, da Böhmermann laut Urteil keine Tatsachen behauptet, sondern seine Meinung geäußert habe