„Atlas“-Beschluss

Im November 2006 hatte Österreich die Initiative für einen Beschluss „über die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Spezialeinheiten der Mitgliedstaaten in Krisensituationen“ ergriffen, ein Jahr danach einigte sich der Rat auf dessen „allgemeine Ausrichtung“, Mitte Februar 2008 präsentierte seine Polizeiarbeitsgruppe einen „endgültigen Entwurf“.[1] Mit dem demnächst zu erwartenden Ratsbeschluss wird die seit 2002 existierende Kooperation der Spezial- bzw. Anti-Terroreinhei­ten der Mitgliedstaaten rechtlich abgesegnet. „Atlas“-Beschluss weiterlesen

Steuerfahndung im Internet

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion gibt die Bundesregierung (spärliche) Hinweise auf die systematische Aus­forschung des Internets durch die Finanzverwaltungen und den Zoll.[1] Auf der Suche nach in Deutschland steuerpflichtigen Unternehmen, die steuerlich nicht registriert sind, wird die Suchmaschine XPIDER eingesetzt, die in der Lage ist, „automatisiert Internetseiten zu identifizieren, die anhand vorgegebener eindeutiger Merkmale auf eine unternehmerische Tätigkeit schließen lassen“. Steuerfahndung im Internet weiterlesen

Online-Durchsuchungen: Erste Entwürfe aus Bayern

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat mit Urteil vom 27. Februar 2008 die Regelung über so genannte Online-Durchsu­chungen im nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetz als nichtig verworfen.[1] Zugleich hat es den Gesetzgebern in Bund und Ländern unter engen Voraussetzungen die Schaffung entsprechender Befugnisse jedoch ausdrücklich gestattet. Online-Durchsuchungen: Erste Entwürfe aus Bayern weiterlesen

Ausländische „Gefährder“ im Visier des Staatsschutzes

Seit drei Jahren gibt es nun schon die Arbeitsgruppe „Statusrechtliche Begleitmaßnahmen“ (AG Status). Hier arbeiten Abgesandte des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des Bundeskriminalamts (sowie anlassbezogen auch VertreterInnen der Bundespolizei, der Bundesanwaltschaft und der Länder) zusammen, um möglichst frühzeitig zu erkennen, ob bei nichtdeutschen Personen mit so genanntem extremistischem/terroristischem Hintergrund aufenthaltsrechtliche Maßnahmen angezeigt sind. Ausländische „Gefährder“ im Visier des Staatsschutzes weiterlesen

Bayerisches Versammlungsrecht

Der scheidende Verfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem ist „ein bisschen stolz“, dass das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) das Grundrecht der Demonstrationsfreiheit gerettet habe. Denn wenn dieses „wegen der Neonazis zerfleddert worden wäre, dann wäre es für alle zerfleddert worden“.[1] Genau das scheint derzeit zu passieren. Die Föderalismusreform hat die Gesetzgebungskompetenz für das Demonstrationsrecht in die Hände der Länder gelegt. Sachsen arbeitet an einem Versammlungsgesetz, das den „Schutz der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ regelt. Bayern geht einen Schritt weiter. In einer Rolle rückwärts soll der Brokdorf-Beschluss des BVerfG von 1985 überwunden und ungebührliches Demonstrieren verboten werden.[2] Bayerisches Versammlungsrecht weiterlesen

89 (1/2008) Europas Grenzen: innen – außen

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Redaktionsmitteilung

Neue europäische Grenzen: eine Einleitung
Anja Lederer und Heiner Busch
Vernetzungsmaschine Frontex
Christoph Marischka
Megalomanie: Das Grenzpaket der EU-Kommission
Heiner Busch
Exterritoriale Lager in Libyen und der Ukraine
Christopher Nsoh
„Freiwillige“ Ausreise: Abschiebelager Bramsche
Tobias Pieper
Visitenkarte: Deutsche und EU-Visumspolitik
Mark Holzberger
Analyse- und Strategiezentrum „Illegale Migration“
Mark Holzberger
Schleierfahndung: Grenzkontrollen im Innern
Albrecht Maurer und Martina Kant

Geheimdienstlich gesteuert: 129a-Verfahren gegen G8-GegnerInnen
Martin Beck
Die Schweiz rüstet sich für die Euro08
Reto Moosmann
Überwachungsinstrument Schengener Informationssystem
Ben Hayes

Inland aktuell
Meldungen aus Europa
Chronologie
Literatur & Aus dem Netz
Summaries
MitarbeiterInnen dieser Ausgabe
Zusammenfassungen
Impressum

88 (3/2007) Staatsgewalt und Medien

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Redaktionsmitteilung

Freund und Verfolger – eine Einleitung
Norbert Pütter und Heiner Busch
Polizeiliche Desinformationspolitik beim G8-Gipfel
Ulrike Donat, Michael Backmund und Karen Ullmann
Unabhängige Medien beim G8-Gipfel in Heiligendamm
Anneke Halbroth und Jan Kühn
Medien, Polizei und Schwarze Schafe in Bern
Dinu Gautier
Polizeireporter: Öffentlichkeitsarbeiter für die Polizei
Oliver Brüchert
Erfahrungen mit Polizeipressestellen
Otto Diederichs
„Embedded Journalists“ der Geheimdienste
Ingo Niebel

Subjektiv terroristisch – Neues zum § 129a
Anja Lederer
30 Jahre Deutscher Herbst: Eine Rezension
Wolf-Dieter Narr
Geheimdienstreform in Italien
Yasha Maccanico

Inland aktuell
Meldungen aus Europa
Chronologie
Literatur & Aus dem Netz
Summaries
MitarbeiterInnen dieser Ausgabe
Zusammenfassungen
Impressum

Medien, Polizei und „Schwarze Schafe“ – Das mediale Doppelleben eines Protesttages in Bern

von Dinu Gautier

Am 6. Oktober 2007, zwei Wochen vor den nationalen Wahlen, kam es in der Altstadt von Bern zur Blockade eines Marsches der Schweizerischen Volkspartei und zu Ausschreitungen. Ein Beispiel für polizeiliche Medienarbeit in schwierigen Zeiten.

Mit einem Stimmenanteil von 29 Prozent etablierte sich die Schweizerische Volkspartei (SVP) bei den Wahlen im Oktober als stärkste Partei des Landes. Sie verdankt diesen Erfolg zu großen Teilen dem Multimilliardär und umstrittenen Justizminister Christoph Blocher, der die einst gemäßigte Partei der Bauern und des Kleinbürgertums zu einem schlagkräftigen rechtspopulistischen Apparat geformt hat. Wirtschaftspolitisch verfolgt die SVP einen stramm neoliberalen Kurs. Sie versteht es jedoch seit Jahren, mit ihren Kernthemen – der Ablehnung eines schweizerischen EU-Beitritts und der „Überfremdung“ – die Unsicherheit in der Bevölkerung in Wählerstimmen umzumünzen. Medien, Polizei und „Schwarze Schafe“ – Das mediale Doppelleben eines Protesttages in Bern weiterlesen

Seit 1978 Berichte, Analysen, Nachrichten zu den Themen Polizei, Geheimdienste, Politik „Innerer Sicherheit“ und BürgerInnenrechte.